Montag, 7. Juli 2008

Die Freude an kleinen Nichtigkeiten

Jetzt komme ich mal zu einem Thema, das mich neben meinem Friseurbesuch noch so erfreut hat:

Die Fuball EM
Ja, es war anstrengend, immer bis morgens um vier die Spiele zu sehen. Ich habe nicht alle geschafft, war aber bemüht, bis an meine Leistungsgrenze zu gehen. Das heißt ich musste meinen Körper auf einen Zweimalschlafentagesrhythmus umstellen, den Bierkonsum einstellen, krampfhaft hier im Nest nach Fanartikeln suchen und als guter Fan auch die schlechten Spiele ertragen. Das Ergebnis seht ihr hier:
Ja, vorne ist eine Riesentrommel, für die ich extra meine Arbeitszeit umstellen musste, damit ich noch ins Lager fahren konnte, um sie dort anzumalen. Die will natürlich auch bedient werden. Ungefähr so:
Es war echt klasse und bei den deutschen Spielen eine Mordsstimmung...
Bis bald

Dienstag, 24. Juni 2008

Ein wenig Luxus muss sein...

Wenn ich hier in der Regenzeit am Ende der Welt sitze, dann kommen mir doch manchmal folgende Gedanken:
Ich habe keine Bar - wie das Latitude in Orlando, ich habe keine Löwen und Elefanten - wie in Südafrika, ich habe kein Schäufele - wie in Erlangen und ich habe keinen Eiffelturm - wie in Paris.

(Einschub für Wissen, das keiner braucht: Eine Brücke in Hanoi wurde auch von Alexandre Gustave Eiffel konstruiert und sieht aus, wie ein umgekippter Eiffelturm)

Aber ich habe etwas, was das alles in den Schatten stellt: MEINEN FRISEUR
Mädels locker bleiben, es ist nicht Ken Pavés, der Kollege aus Hollywood, es ist ein durchschnittlicher Barbershop (Hot toc) in einer vietnamesischen Kleinstadt. Was macht ihn nur so besonders? Okay, alles der Reihe nach.

Ich betrete den Laden, der aus einen Vorderraum und einem Hinterzimmer besteht. Vorne werden die Haare geschnitten, hinten gewaschen. Also jetzt auf die Räume und nicht auf meinen Kopf bezogen. Sonst würde ich ja wie mein lieber Kollege Volker aussehen. Angekommen werde ich sehr freundlich von den Damen, die für das Waschen zuständig sind, begrüßt und kann zwischen den unterschiedlichen Produkten des Hauses wählen. Da gibt es Haare schneiden, waschen (inklusive Kopfmassage), Bart rasieren, Gesicht waschen (inklusive Gesichtsmassage), Ohrreinigung und das Angebot, sich die weißen Haare entfernen zu lassen. Die Offerte, sich die Haare schneiden zu lassen führt zum neusten Trend, da der Chef des Hauses den so genannten Kopfhörer - Haarschnitt kreiert hat. Das heißt, es wird alles um Ohren herum weggeschnitten, bis man sich einen riesigen Kopfhörer aufsetzen könnte, der sich dann ohne Haarkontakt an die Kopfhaut anschmiegt. Im Fachjargon wird es auch Radkasten genannt. Ich berichte lieber von meinem Lieblingspaket: Haarewaschen und Rasieren mit anschließender Ohrpflege.
Es fängt damit an, dass ich mir die Schuhe ausziehen muss und mich auf eine Liege lege. Dann bekomme ich ein Kissen auf den Bauch und ein Kunststoffpolster unter den Kopf. In dieser Position lässt es sich aushalten. Dann wird mit angenehm temperiertem Wasser der Kopf gewaschen und massiert. Alles sehr liebevoll und so, dass sich der ganze Körper entspannt. Weiter geht es mit der Gesichtspflege. Da die Vietnamesen Haare als unrein empfinden und man mit dem Lied: "Ich hab drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär" auch keinen Erfolg haben wird, wird alles wegrasiert und gestutzt, gezupft und gezogen, bis mein juveniles Gesicht wieder zum Vorschein kommt. Wenn ich aufgrund der großen emotionalen Belastung (die Fußball EM) mehr Ringe als Augen habe, wird mir ein gekühltes Tüchlein auf die Schaufenster gelegt. Sollte es zu Hautirritationen kommen wird flux eine Gurke geschält und mein Gesicht damit bedeckt und mit Eiswasser gekühlt. Anschließend kommt das Waschen und die Massage. Ich wusste gar nicht, wie entspannend eine Gesichtsmassage sein kann. Wahrscheinlich auch, weil ich alle meine Sachen anhabe und keine Angst haben muss, eindeutige Angebote des horizontalen Gewerbes zu bekommen (siehe Blog im Februar). Der Nacken wird natürlich auch massiert und der Kopf ein zweites Mal gewaschen und geknetet. Dann das Highlight: Die Ohrpflege!
Mit Werkzeug und Beleuchtung eines Uhrmachermeisters des Hauses Lange & Söhne wird das Ohr behandelt. Also erst ist es ungewohnt, aber wenn man es mag und ich mag es, ist es wunderbar entspannend. Nebenbei bemerkt ist es auch nicht so gefährlich, wie das Ausbrennen der Ohrhaare, wie ich es bei einem türkischen Friseur mitmachen durfte. Das ganze findet in sehr lockerer Atmosphäre statt, da es immer einen Grund zu lachen gibt. Mal ist es die Liege, die zu kurz ist, mal der Inhalt, meiner Einkauftüten, die ich mitbringe, mal meine Nase, die zu lang ist oder irgendetwas, was ich mal wieder nicht verstehe. Abschließend darf ich mich aufrichten und mir werden nocheinmal kurz die Schultern und der Rücken massiert. Über den Preis brauche ich ja keine Worte zu verlieren, so dass mein Trinkgeld auch schon mal höher ausfallen kann.
Endlich habe ich eine Möglichkeit gefunden, dem Rasieren zu entgehen, eine kleine seriöse Massage zu bekommen und den Alterserscheinungen im Gesicht aktiv entgegenzuwirken.
Jetzt habe ich aber doch noch eine Frage, die mir im Kopf rumschwirrt: Was ist eigentlich nochmal Metrosexualität?
Bemerkung zum Schluss: Das Foto und der Verweis auf Volkers Frisur ist nicht dazu gedacht, mich über ihn lustig zu machen. Ich komme sehr gut mit ihm aus und seine Frau gewinnt sehr gerne gegen mich im Billard...Monika, wir sehen uns am Tisch.
Genießt eure Zeit und denkt an meinen Friseur, wenn ihr ein Schäufele esst, am Eiffelturm steht, die Löwen in Südafrika beobachtet oder im Latitude den Piano man von Billy Joel hört. Lasst es euch gutgehen

Sonntag, 22. Juni 2008

Ein wenig Entspannung

Moin Moin,
gestern hat sich die Welt mal eine Runde ohne mich gedreht. Ich habe bis um sechs Uhr abends den ganzen Tag geschlafen, was auch dringend notwendig war. Schließlich habe ich fast alle Spiele der EM gesehen und war nach dieser Woche doch ein wenig müde. Heute habe ich auch noch frei und es ist ungewohnt, mal zwei Tage etwas völlig anderes zu machen, als auf der Baustelle rumzuhängen. Dort ist es jetzt wieder interessanter geworden, vor allem, weil wir einen neuen Turbineninbetriebnehmer bekommen haben. Thomas ist jetzt nach Indien weiter gezogen. Der Neue ist vom Verhalten ganz anders, aber wir kommen gut zurecht. Es ist immer wieder spannend, sich auf neue Kollegen einzulassen und man kann von jedem etwas lernen. Beide arbeiten sehr gewissenhaft und es macht Spaß, die Dinge zu hinterfragen, wenn etwas unklar sein sollte.

Heute habe ich einen neuen Auspuff für mein Motorbike bekommen und der Sound ist jetzt richtig klasse. Ja, das sind die kleinen Dinge, die mich hier erfreuen. Bei unserem EM-Tippspiel liege ich souverän auf dem letzten Platz und habe wirklich fast alles falsch getippt. Pech gehabt!

Jetzt muss ich mal schnell meine Bude hier aufräumen, denn ich kriege heute noch Besuch und wir wollen zusammen kochen. Vielleicht gibt es bald wieder spannenderes zu berichten...

Bis bald.

Sonntag, 15. Juni 2008

Hue und der Rest

Hue ist auch für uns sehr beeindruckend gewesen, obwohl man uns nicht als Kulturfanatiker bezeichnen kann. Mitten im Stadtzentrum liegen die Tempel und Pagoden unterschiedlichster Dynastien. Das Wetter war ausgezeichnet und wir haben uns Fahrräder ausgeliehen, um am ersten Tag die Stadt zu erkunden. Im Gegensatz zu Saigon oder Da Nang fühlten wir uns den Straßen sicher, da der Verkehr etwas ruhiger war.


Am zweiten Tag habe wir dann eine wunderschöne Motorbiketour gemacht. Neben unserem Hotel war ein Café, in dem man die Tour buchen konnte und wir ließen uns von den Dankesschreiben an den Wänden hinreißen, obwohl wir die Besitzerin nicht sehr nett fanden. Der Guide, der uns den Weg zeigte war aber sehr sehr nett und hat uns eine Menge erklärt. Nicht nur geschichtliches, sondern auch viel über das Leben in den Dörfern und über die Strapazen des Reisanbaus.

Abends sind wir dann mit dem Nachtzug nach Hanoi gefahren. Hier sind die einzelnen Schienensegmente nicht miteinander verschweißt, so dass immer dieses typische tamtam tamtam Eisenbahngeräusch durch den Zug hallt. Da ist nicht viel an Schlaf denken. dem entsprechend kamen wir sehr müde am nächsten Morgen in Hanoi an und mussten dann noch eine Stunde auf unser Zimmer im Eingangsbereich warten mussten. Ein Glück, denn sonst hätten wir den bekannten Metzger von Hanoi nie getroffen. Morgens um halb sechs Fleischberge auf der Straße zu sehen und den Geruch in der Nase zu haben ist irgendwie ekelhaft gewesen. Den Tag über sind wir dann durch die Altstadt von Hanoi gebummelt. Die Straßen sind sehr eng und es ist sehr laut. Zum Glück konnten wir uns ab und zu in ein nettes Café zurückziehen. Bemerkenswert war, dass ich nach dem Besuch einer Pagode mitten im See von Hanoi, wo geschrieben stand, dass es Glück bringt, wenn man eine Schildkröte im See sieht, auch wirklich eine gesehen habe... Dann kann ja nichts mehr schief gehen.
Abends waren wir im weltberühmten Wasserpuppentheater und haben herzlich gelacht. Das war wirklich witzig.

Die nächsten drei Tage verbrachten wir in der Halong Bay mit Kanu fahren, ausspannen, Rad fahren, dem Besuch einer Tropfsteinhöhle, schwimmen, Volleyball spielen und lesen. Natürlich war die Aussicht sehr beeindruckend und wir können diese Tour nur weiterempfehlen. Ich kann das gar nicht ausdrücken und zeige lieber mal ein paar Fotos.
















Nach der Rückkehr nach Hanoi sind wir direkt am Abend wieder zurück nach Saigon geflogen und hatten dann noch fünf Tage "rumzukriegen". Also konnten wir noch ins Mekong Delta fahren, was wir durch die Benutzung der öffentlichen Busse sehr spannend machten. Man weiß hier nie so genau, ob es jetzt wirklich der richtige Bus ist. Hat aber gut geklappt und die Bootstour in My Tho war sehr schön, da wir nur zu zweit unterwegs waren und uns alles vor dem großen Ansturm der Touristen aus Saigon anschauen konnten. Die Tour war für Touristen sehr "gut" ausgearbeitet, so dass wir immer die Chance hatten, Souvenirs zu kaufen und auch mittags die völlig überzogenen Preise für ein paar gammelige Schrimps bezahlen durften. Naja, egal. Nennen wir es mal Entwicklungshilfe für eine arme Region.

Als touristische Attraktion wollten wir natürlich auch die 5$ Tour zu den Cu Chi Tunneln der Viet Cong mitmachen. Das war schon makaber, wie dort der Krieg aufgearbeitet wird, vor allem, wenn man vorher die Fotos aus dem Kriegsmuseum gesehen hat. Das Angebot mit unterschiedlichen Schusswaffen zu schießen war dann der Höhepunkt einer für mich nicht unterstützenswerten Selbstdarstellung.

Die letzten Tage verbrachten wir in Saigon in einem sehr netten Gästehaus, etwas abseits vom Touristentrubel. Da kann man für 15$ sehr gut übernachten und die Hausbesitzerin kümmert sich persönlich um Sauberkeit des Zimmers. Leider hatten wir einen Tag lang Magenprobleme, so dass wir uns kaum aus dem Zimmer trauten. (Hilfe, wo ist das nächste Klo?) Das Wetter war eh schlecht, so dass es nicht schlimm war.


Es war ein wunderschöner Urlaub und ich kann euch Vietnam als Urlaubsland nur wärmstens empfehlen. Kommt schnell, denn es ist alles noch sehr billig und touristisch noch nicht so überlaufen. Die Vietnamesen war sehr nett zu uns und es wurde nur einmal versucht uns abzuziehen. Die Unterkünfte waren günstig aber immer ordentlich und sauber. Natürlich muss man auf manchen Luxus verzichten, aber das fällt einem nicht auf, da man so voll von neuen Eindrücken ist.
Wenn ihr vorbeikommt, sagt mir schnell Bescheid, dann können wir uns in Saigon treffen.

Jetzt bin ich schon wieder eine ganze Weile in Ca Mau. Hier hat die Regenzeit jetzt richtig angefangen und es schüttet manchmal tagelang. Ich habe ein neues Motorbike, da ich mein altes wieder abgeben musste. Alles geht hier so seinen Gang. Seit dem Beginn der Fußball EM sind viele Kollegen häufig sehr müde, da wir doch so manches Spiel sehen wollen. Wir haben mit einem Café ausgehandelt, dass sie für uns aufmachen und wir alle Spiele sehen dürfen. Da ist dann immer eine gute Stimmung und besonders bei der Deutschland-spielen ist die Hölle los. Wir haben Fahnen, Trommeln, Tröten, Ratschen und weiteres notwendiges Equipment um unsere Mannschaft zum Sieg anzuspornen. Hoffentlich klappt es gegen die Ösis. Man kann ja nie wissen.

Mittwoch, 28. Mai 2008

und weiter geht´s

Einschub für eine nette Geschichte aus Nha Trang:

Bevor ich mich dem hemmungslosen Genuss von gehacktem Rindfleisch zwischen leckeren Brötchenhälften hingab, hatte ich noch zwei Stunden zu überbrücken. Wir waren am Strand, sehnsüchtig ging mein Blick gen Himmel und ich sah viele Drachen in der leichten Brise. Für die Vietnamesen hat einfaches Drachensteigenlassen irgendeine spirituelle Bedeutung, der ich mich natürlich nicht verwehren wollte. Also schnell zum Verkaufstand und für einen Euro einen kleinen Drachen mit extra Schnur gekauft.
Ist das chillig? Ich sag: "Ja, das ist geschmeidig."
Gut, nach einer Stunde spritueller Drachenerfahrung war es dann genug für mich ungeduldige Natur und der Hunger trieb uns weiter. Was sollte ich nun mit dem Drachen machen? Mitnehmen, als ach so schönes Erinnerungsstück? Wegschmeißen? Nee, alles Mist. In der Nähe saß eine junge vietnamesische Familie, die jetzt nicht sehr wohlhabend aussahen und das kleine Mädchen beobachtete mich eine ganze Weile. Also habe ich ihr meinen Drachen geschenkt und das Lächeln war mehr wert, als jeder dumme Euro. Auf dem Foto sieht sie etwas überfordert aus, aber sie wusste nicht, ob sie in die Kamera oder in den Himmel schauen sollte.


Das war schön.


jetzt geht´s weiter...
... die "Übernachtung" im Bus King Long war wirklich kaum zu ertragen und an viel Schlaf war nicht zu denken. Mitten in der Nacht fuhren wir dann mal rechts ran, um kurzfristig einen Reifen zu wechseln, alles nicht so entspannt. Folglich kamen wir sehr müde in Hoi An an und nach ein wenig Suchen haben wir uns dann im Hotel bei einer frischen Dusche und einem Nickerchen enspannt. Anschließend stand die Erkundung der Stadt und die Zufuhr des Frühstückes auf dem Programm. Hoi An hat einen historischen Stadtkern mit tollen alten Häusern, in denen fast überall Schneider ihre Waren anbieten.













Am zweiten Tag in Hoi An wollten wir gerne Schnorcheln gehen, also haben wir auf Empfehlung unserer netten Hotelrezeptionistin eine Tour nach Cam Island gebucht und uns vielleicht ein wenig von den tollen Bildern der Korallen und Fische im Prospekt blenden lassen. Die Tour umfasste den Besuch den "nautischen" Museums, also zwei Räume mit aus Beton gegossenen überdimensioniertem Meeresgetier, eine Städtetour, Begehung der Reisfelder, Besichtigung des Marktes, ca. 30 Minuten Schnorcheln, bei dem man nichts gesehen hat und ein Mittagessen am Strand. Dann hatten wir noch zwei Stunden zur freien Gestaltung, bevor es wieder zurückging. Hier die Bilder:















Michael Jackson ist auch an Board! Der malerische Hafen













Der Krabbendealer und das Sonnenstudio für Fische













Der Strand, OH YEAH!!!

Jetzt ein Paar Worte für alle Freunde der "Lonely Planet" Reiseführer:
Hier in Vietnam ist es der am häufigsten gekaufte und somit meistbenutzte Reiseführer. Das heißt, dass alle als Geheimtip titulierten Orte total überlaufen sind und alle empfohlenen Restaurants doppelt so teuer sind und mit der Empfehlung auch gerne Werbung machen. Er war sehr hilfreich, da er voller Infos ist, hat aber mit "lonely" nichts mehr gemein. Ein wirklicher Geheimtip für Hoi An ist das Restaurant Bobo, indem die Eigentümer sehr nett sind und das Essen einfach spitze. Dazu ein super Preis-Leistungs- verhältnis. Steht auch nicht im Lonely Planet.


...
Am nächsten Morgen ging es um halb sechs zu den Tempelanlagen der Cham "My Son" mitten im Urwald. Wahnsinn, der Urwald ist so laut, überall surren die Käfer und singen die Vögel. Die Tempel sind stark zerstört worden, aber trotzdem beeindruckend. Sie wurden zwischen dem siebten und dreizehnten Jahrhundert aufgebaut und sind mittlerweile Unesco Weltkulturerbe.
Und was ist auf dem rechten Bild zu erkennen?
Ein Pfeiler eines griechischen Tempels? Falsch! Ein versteinerter Baumstamm? Auch falsch! Eine noch nicht detonierte Bombe? Zum Glück nicht!
Es ist ein Stein Lingam! Auf Deutsch kann man rein kulturell betrachtet auch Phallussymbol zum Ausdruck der Kraft des Gottes sagen.

Damit mach ich mal Schluss für heute, im nächsten Blog geht es mit dem Zug zur schönsten Stadt in Zentralvietnam. Hue!

Bis dann...

Montag, 26. Mai 2008

der allerschönste Urlaub

Hallo,
nach langer Pause will ich euch jetzt mal von meinem Urlaub berichten. Am Samstag habe ich Steffi (ja, meine Freundin) in Saigon vom Flughafen abgeholt und wir haben uns erstmal, nach Bezug des Hotels, in der Stadt umgesehen und waren lecker Essen.
Der Plan war, dass wir in zweieinhalb Wochen von Saigon,im Süden von Vietnam, nach Norden bewegen und uns dann da länger aufhalten, wo es uns gut gefällt. Alles war sehr flexibel, da die Fortbewegung von einer Stadt in die andere sher einfach war und wir nichts vorher buchen oder reservieren mussten.

Also sind wir mit einem Reisebus am nächsten Morgen nach Mui Ne an den Strand gefahren, um uns erstmal zu erholen. Ach ja, Bilder sagen mehr als tausend Worte. Hier also der Strand von Mui Ne:


Aber Strand ist ja nicht alles, so das wir uns am nächsten Tag erstmal Motorbikes ausgeliehen haben, um die Gegend zu erkunden und den berühmten Wasserfall zu besichtigen. Um dorthin zu gelangen, mussten wir ca. 30 Minuten durch das Flussbett wandern und konnten die wunderschönen Sandwände bewunden.

Der Wasserfall war eher ein Reinfall (Achtung! schlechter Wortwitz), da es lange nicht geregnet hatte und es wirklich nur ein Rinnsal war. Mui Ne ist das Paradies für Surfer und Kite-Boarder, da es perfekten Wind gibt. Dieser Wind bescherte uns auch den ersten Sonnebrand, wir haben einfach nicht gemerkt, wie heiß es eigentlich ist. Da diese Örtchen wirklich sehr klein ist, sind wir nach zwei Tagen weiter nach Da Lat, die Stadt der Romantik in den Bergen von Südvietnam. Die Fahrt war sehr erlebnisreich, da wir mit einem kleinen Bus die Berge hochgekachelt sind. Eigentlich braucht man mit einem Reisebus ungefähr sechs Stunden, aber unser Fahrer kannte eine Abkürzung, die man mit einem Reisebus nicht fahren kann, so dass wir in vier Stunden völlig abgekämpft ankamen. Da Lat wurde von den Franzosen stark besiedelt, da es vom Klima sehr europäisch ist und man sehr gut Obst und Gemüse anbauen konnte. Es ist das Ziel vieler junger vietnamesischer Pärchen und war sehr schön.

Am Folgetag, nachdem wir uns ausreichend von der Fahrt erholt hatten, haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind durch Erdbeerfelder ins Tal der Liebe gefahren. Gerade angekommen fing es dann für zwei Stunden an, heftig zu regnen, so dass wir die meiste Zeit mit anderen Besuchern unter einem Vorstand hockten und gewartet haben. War aber nicht schlimm und soll auch nicht als schlechtes Omen gewertet werden.

Dort war alles sehr kitschig und zu recht nennen die Studenten aus Da Lat das Tal der Liebe häufig das Tal der Geschäfte. Weil das Wetter nicht besser wurde entschieden wir uns schnell weiter nach Nha Trang wieder ans Meer zu fahren. Nha Trang ist touristisch voll erschlossen und könnte auch ein Ort in Spanien an der Küste sein. Wir hatten nicht vor lange zu bleiben. Herausragend war der Burger, den ich nach dreimonatiger Meeresfrüchtediät genussvoll inhalierte. Oh gelogen, es waren dann schnell zwei Burger. Leider waren die Spaghetti mit Pesto, die Steffi bestellte, wirklich ekelhaft, aber sie müssen ja nicht alles können. Gut gestärkt ging es dann zur Busstation, wo der Nightliner Typ "King Long" uns entgegen nahm. Ich lass mal das Foto sprechen:

Ein Bus, umgebaut mit Schlafliegen aus feinstem Kunststoff. Also oben an der Brust ballert einem die Klimaanlage kalte 14° auf den Pelz und unten am Rücken schwitzt man wie bekloppt. Alles bei regennasser Fahrbahn und dem Versuch des Fahrers, jeglichen Schlaglöchern auszuweichen. Wie wir dann wo angekommen sind und was wir dort erlebt haben gibt es im nächsten Blog....also bleibt drann, es gibt noch viel zu berichten.
stay tuned!




Dienstag, 22. April 2008

Ingenieursvoodoo

Eine Begebenheit während des Anfahrens der Turbine muss ich doch noch schnell wiedergeben.
Beim Überprüfen der Axialverschiebung an der Dampfturbinenwelle wurden in der Warte unterschiedliche Werte angezeigt. Zwei Werte waren positiv und einer negativ. Das hat natürlich den Betreiber sehr irritiert und wir wurden rausgeschickt, um an der Turbine nachzusehen. Wir sind dann in das Turbinenhaus und haben uns die Sache mal sehr genau "angesehen". Im Schlepptau ein paar Vietnamesen vom Betreiber.

Befundaufnahme:
Am Lager kommt das Kabel aus dem Gehäuse, indem die Messstellen für die Axialverschiebung liegen. Dieses Kabel wird dann im Kabelkanal zur Sammelbox geführt und verschwindet in dieser.

Eingriffsmöglichkeiten, um die Messung zu korrigieren:
KEINE!!

Lösung:
Mal an den Kabeln wackeln und sich über die fehlende Beschriftung aufregen. Dann noch mit den Magic hands souverän die Sammelbox wieder zuschrauben und in der Warte überprüfen, dass alles wieder in Ordnung ist. Dieses dann auf Englisch laut sagen, damit die Vietnamesen zufrieden sind.

Merken für die Zukunft:
Die durch fehlende Beschriftung auftretenden Wirbelströme, die zu falschen Anzeigen führen, können durch rhythmische Kabelwackler wieder beseitigt werden.


Das ist Ingenieursvoodoo.
Ich kann euch auch zeigen, wie man sich am besten auf solch anspruchsvolle Aufgaben vorbereitet.

Habt ihr auch solche Tricks auf Lager?