Mittwoch, 28. Mai 2008

und weiter geht´s

Einschub für eine nette Geschichte aus Nha Trang:

Bevor ich mich dem hemmungslosen Genuss von gehacktem Rindfleisch zwischen leckeren Brötchenhälften hingab, hatte ich noch zwei Stunden zu überbrücken. Wir waren am Strand, sehnsüchtig ging mein Blick gen Himmel und ich sah viele Drachen in der leichten Brise. Für die Vietnamesen hat einfaches Drachensteigenlassen irgendeine spirituelle Bedeutung, der ich mich natürlich nicht verwehren wollte. Also schnell zum Verkaufstand und für einen Euro einen kleinen Drachen mit extra Schnur gekauft.
Ist das chillig? Ich sag: "Ja, das ist geschmeidig."
Gut, nach einer Stunde spritueller Drachenerfahrung war es dann genug für mich ungeduldige Natur und der Hunger trieb uns weiter. Was sollte ich nun mit dem Drachen machen? Mitnehmen, als ach so schönes Erinnerungsstück? Wegschmeißen? Nee, alles Mist. In der Nähe saß eine junge vietnamesische Familie, die jetzt nicht sehr wohlhabend aussahen und das kleine Mädchen beobachtete mich eine ganze Weile. Also habe ich ihr meinen Drachen geschenkt und das Lächeln war mehr wert, als jeder dumme Euro. Auf dem Foto sieht sie etwas überfordert aus, aber sie wusste nicht, ob sie in die Kamera oder in den Himmel schauen sollte.


Das war schön.


jetzt geht´s weiter...
... die "Übernachtung" im Bus King Long war wirklich kaum zu ertragen und an viel Schlaf war nicht zu denken. Mitten in der Nacht fuhren wir dann mal rechts ran, um kurzfristig einen Reifen zu wechseln, alles nicht so entspannt. Folglich kamen wir sehr müde in Hoi An an und nach ein wenig Suchen haben wir uns dann im Hotel bei einer frischen Dusche und einem Nickerchen enspannt. Anschließend stand die Erkundung der Stadt und die Zufuhr des Frühstückes auf dem Programm. Hoi An hat einen historischen Stadtkern mit tollen alten Häusern, in denen fast überall Schneider ihre Waren anbieten.













Am zweiten Tag in Hoi An wollten wir gerne Schnorcheln gehen, also haben wir auf Empfehlung unserer netten Hotelrezeptionistin eine Tour nach Cam Island gebucht und uns vielleicht ein wenig von den tollen Bildern der Korallen und Fische im Prospekt blenden lassen. Die Tour umfasste den Besuch den "nautischen" Museums, also zwei Räume mit aus Beton gegossenen überdimensioniertem Meeresgetier, eine Städtetour, Begehung der Reisfelder, Besichtigung des Marktes, ca. 30 Minuten Schnorcheln, bei dem man nichts gesehen hat und ein Mittagessen am Strand. Dann hatten wir noch zwei Stunden zur freien Gestaltung, bevor es wieder zurückging. Hier die Bilder:















Michael Jackson ist auch an Board! Der malerische Hafen













Der Krabbendealer und das Sonnenstudio für Fische













Der Strand, OH YEAH!!!

Jetzt ein Paar Worte für alle Freunde der "Lonely Planet" Reiseführer:
Hier in Vietnam ist es der am häufigsten gekaufte und somit meistbenutzte Reiseführer. Das heißt, dass alle als Geheimtip titulierten Orte total überlaufen sind und alle empfohlenen Restaurants doppelt so teuer sind und mit der Empfehlung auch gerne Werbung machen. Er war sehr hilfreich, da er voller Infos ist, hat aber mit "lonely" nichts mehr gemein. Ein wirklicher Geheimtip für Hoi An ist das Restaurant Bobo, indem die Eigentümer sehr nett sind und das Essen einfach spitze. Dazu ein super Preis-Leistungs- verhältnis. Steht auch nicht im Lonely Planet.


...
Am nächsten Morgen ging es um halb sechs zu den Tempelanlagen der Cham "My Son" mitten im Urwald. Wahnsinn, der Urwald ist so laut, überall surren die Käfer und singen die Vögel. Die Tempel sind stark zerstört worden, aber trotzdem beeindruckend. Sie wurden zwischen dem siebten und dreizehnten Jahrhundert aufgebaut und sind mittlerweile Unesco Weltkulturerbe.
Und was ist auf dem rechten Bild zu erkennen?
Ein Pfeiler eines griechischen Tempels? Falsch! Ein versteinerter Baumstamm? Auch falsch! Eine noch nicht detonierte Bombe? Zum Glück nicht!
Es ist ein Stein Lingam! Auf Deutsch kann man rein kulturell betrachtet auch Phallussymbol zum Ausdruck der Kraft des Gottes sagen.

Damit mach ich mal Schluss für heute, im nächsten Blog geht es mit dem Zug zur schönsten Stadt in Zentralvietnam. Hue!

Bis dann...

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