Heute will ich mal von einem Erlebnis berichten, das mich doch sehr beeindruckt hat.
Hier in Vietnam schmeißen die Leute ihren Müll einfach auf die Straße und es muss ständig aufgeräumt und gefegt werden. Ich denke ja, dass sie dieses Fegen des Drecks als meditative Beschäftigung sehen und sich deshalb über den Dreck freuen und sich ärgern, wenn man die Mülleimer benutzt. Man kann auch nicht sagen, dass sie ihre Mülleimer nicht finden würden, denn Plastikpinguine mit geöffnetem Schnabel sind bei 30° C doch recht auffällig.
Wie dem auch sei, mein Verdacht, dass es sich um Meditation handeln muss erhärtete sich mit der Zeit und die absolute Sicherheit bekam ich bei einem Besuch der Herrentoilette in meiner Stammdisko. Ihr könnt es ja mal zu Hause nachmachen und mir berichten, wie es euch bei der Meditation ergangen ist.
1. Ladet viele Freunde ein und kündigt eine Freibierparty an. Kauft große Flaschen, damit immer viel übrig bleibt und wenn sie dann umgeschmissen werden auch schön viel auf dem Boden verschüttet wird.
Wichtig ist, dass eure Party auch draußen stattfindet, so dass Erde und anderer Dreck in die Wohnung gebracht wird. Ist die Party so schön im Gange, dann serviert harte Alkoholika, damit die Schmodderschicht auf dem Boden noch angereichert wird. Ihr könnt auch ein Schild im Klo aufstellen, dass nur im Stehen gepinkelt werden darf. Solltet ihr keine Lust auf die Sauereri zu Hause haben, dann könnt ihr euch auch das Herrenklo im Zirkel (Erlangen), in der MUPA (Essen) oder im Domizil (Gießen) vornehmen.
2. Nehmt anschließend eine Packung Tempos, fischt eins der Tücher raus und trennt die 4 Lagen voneinander. Nehmt nun zwei davon mit einer Spaghettizange aus eurer wohl sortierten Küchenschublade und begebt euch auf Knien in das Paradies für Putzfreunde.
3. Fangt nun in der letzten Ecke an, den Dreck mit den zwei Lagen des Tempos aufzuwischen und fühlt, wie ihr zur inneren Mitte findet. Sollte euch jemand auf einer öffentlichen Toilette dafür 20 Cent geben, seid zutiefst dankbar und spendet sie gleich weiter, denn schließlich macht ihr das ja nur aus Meditationsgründen.
Ich habe die Putzfrau in dieser Situation gesehen. Sie hat den Boden auf diese Weise gewischt, obwohl sie einen Schrubber und einen großen Lappen zur Verfügung hatte. Ich hatte zuerst ein schlechtes Gewissen, so dass ich kurzzeitig überlegt hatte, mir vor der Toilette die Schuhe auszuziehen, aber dann würde ich ihr ja keine Grundlage zur Meditation geben.
Bis bald...
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