Montag, 25. Februar 2008

Saigon1: 22.02.-24.02.08

Da ich am Freitag recht früh zum Flughafen musste, habe ich schon am Abend vorher meine Tasche gepackt. Irgendwie konnte ich meinen Reisepass nicht finden, obwohl ich alles abgesucht hatte. Mein Apartement ist eigentlich ganz übersichtlich und ich habe alle wichtigen Dokumente an einem bestimmten Platz. Nur nicht den Reisepass. Okay,ich mich ganz ruhig hingesetzt und mal nachgedacht. Aah, mein Reisepass liegt noch bei unserer Sekretärin, da sie meine Daten aufnehmen wollte. Also musste ich versuchen, mit meinem Perso durch die Kontrolle zu kommen. Am Flughafen hat es dann zwar ein wenig gedauert, aber sie haben es akzeptiert und ich hatte keine Probleme. Es ist ja auch nur ein Inlandsflug. In Saigon angekommen bin ich mit zwei Arbeitskollegen direkt zur Klinik gefahren, bei der wir unser Gesundheitszeugnis bekommen sollten. Columbia Asia, das Klinikum, war sauber und die Ärzte habe routiniert gearbeitet. Sie haben zwar etwas verdutzt geschaut, dass ich beim Röntgen eine Bleischürze haben wollte, aber sicher ist sicher. Die Untersuchung brachte kein besonderes Resultat und ich darf jetzt hier arbeiten. Anschließend sind wir direkt in ein Kaufhaus, um im obersten Stock bei Pizza Hut zu frühstücken. Ich hatte eigentlich keinen Bock, aber wollte keine Diskussion anfangen und bin mitgegangen. Nach dem Verzehr sind wir dann zu unserem Hotel und haben uns die Stadt angesehen.
Für mich war das mit drei Leuten viel zu ungeplant, weil jeder etwas alles sehen wollte. Ich habe mich dann abgesetzt und bin alleine rumgezogen. Die Stadt ist richtig laut und es stinkt nach Müll. Natürlich laufen viele Touristen rum und man wird ständig von Rikschataxifahrern und freien Händlern angesprochen.



Am späten Nachmittag sind wir noch zur Siemenszentralen und haben einen Arbeitskollegen besucht, der uns wertvolle Tipps geben konnte, unter anderem empfahl er uns eine Eisdiele, die wir gleich ausprobierten. Einer der zwei Kollegen aus Ca Mau ist anschließend zum Flughafen, um seine Freundin abzuholen. Also sind wir dann zu zweit durch eine Markthalle, wo es fast alles zu kaufen gab. Es war sehr eng und stickig, so dass ich froh war, als wir mit unseren Sachen wieder draußen waren.
Zum Abendessen waren wir bei einem vietnamesischen Lokal, wo wir einen kleinen Tischgrill bekamen und so das Fleisch selber grillen konnten. Wir hatten Krokodil und Ziegenbrust, was ich gut essen konnte. Es gab auch weitaus Ungewöhnlicheres zu bestellen. Anschließend sind wir noch in eine bekannte Touri-disko "Apocalypse Now". War ganz okay. Am nächsten Morgen musste ich früh zum Flughafen, so dass wir nicht so lange bleiben konnten. Als ich dann am Samstag um halb sechs am Flughafen Einchecken wollte, sagte mir die Frau ganz locker, dass ich jetzt zu spät sei, der Check-In schon geschlossen sei und ich erst morgen fliegen könnte. Und das, obwohl mir meine Kollegen sagten, dass halb sechs völlig ausreichend sei. Na gut, da kann man nichts machen und ich konnte mein Ticket auf den Sonntag umschreiben lassen. Einen Tag mehr ist auch nicht schlecht und nachdem ich mich bei Hans vergewissert hatte, dass auf der Baustelle nicht viel zu tun sei hatte ich ich auch kein schlechtes Gewissen mehr. Jetzt war es sieben Uhr und ich nutze die Zeit, um erstmal eine hervorragende Nudelsuppe zu frühstücken und dann mit dem Bus für 3000 Dong (ca. 30Cent) wieder in die Stadt zu fahren. Um 8 Uhr bin ich dann ins "War Crime Museum", das für mich sehr beeindruckend war und die Gewalt und Zerstörung des Krieges sehr gut aufzeigte. Bei den Bildern über die Folgen der Napalm und Dioxinvergiftung braucht man schon einen echt starken Magen.

Am Nachmittag stand dann für mich der Besuch des Zoos auf dem Pogramm, was sich als absoluter Flop herausstellte. Die Tiere sind echt eng eingesperrt und die Käfige lieblos eingerichtet. Interessant war, dass auf jeder Bank im Zoo ein vietnamesisches Pärchen saß und knutschten oder zumindest Händchen hielten, was sonst hier in der Öffentlichkeit nicht gerne gesehen wird. Um acht Uhr abends war ich mit den anderen Kollegen bei einem Brasilianer verabredet, wo man das Fleisch von den Spießen direkt auf den Teller bekommt.

Vorher hatte ich noch eine Stunde Zeit und wollte die mit einem Besuch eines Massagesalons überbrücken. Nachdem ich eine viertel Stunde gesucht hatte, bin ich in den erstbesten rein, was sich als astreiner Puff herausstellte. Man bekommt das nicht so mit, weil es halt nicht dransteht und muss dann bei der Massage ständig aufpassen, dass die "Masseuse" nicht anfängt mit einer "Bananenmassage". Da hilft auch kein Diskutieren. Ich bin dann nach einer halben Stunde und 200 mal "No"-Sagen raus und habe mich echt geärgert, weil ich mal gar nicht entspannt war. Vor allem, dass dann drei Häuser weiter ein seriöser Laden mit großen Fenstern war. Der Brasilianer war spitze und am Sonntag bin ich auch ohne Probleme nach Ca Mau gekommen und habe mich einen ganzen Tag von meinen Erlebnissen erholt. Bis bald...

2 Kommentare:

Angelika hat gesagt…

Flo, wie kannst Du nur ? Krokodil und Ziegenfleisch....ansonsten klingt alles sehr sehr interessant ...

Anonym hat gesagt…

Ja ja du hast doch sicher die Bananenmassage genommen und stellst dies hier nur so brav dar ;-)

Gruß
Chris Erl SGP